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Der Kontrabaß von Patrick Süskind Er liebt sein Instrument und er hasst es aus tiefster Seele, der Kontrabassist. Musikbeamter in einem Staatstheater, verliebt in eine Mezzosopranistin, die noch nie einen Blick in den Orchestergraben geworfen hat, ist er verdammt zum Zusammenleben mit seinem sperrigen Streichinstrument. Überall steht es ihm im Weg, in der Wohnung, in der Liebe, im Leben. In seiner grenzenlosen Einsamkeit packt er aus, der Streicher aus der letzten Reihe. In ungebremstem Redefluß weiht er das Publikum ein in die Höhen und Tiefen seines Musikerlebens. Aus den Rezensionen des Publikums ...was für ein Glück, dass ich an diesem Abend dem Schauspieler Herwig Lucas zusehen durfte, als er über das hinauswuchs, was man sonst zu sehen bekommt...

Die Sternstunde des Josef Bieder Revue für einen Theaterrequisiteur
von Eberhard Streul und Otto Schenk
Eigentlich ist die Vorstellung abgesagt und Josef Bieder möchte auf der Bühne die Requisiten für den nächsten Abend einrichten. Aber er sieht sich unvermutet einem voll besetzten Zuschauerraum gegenüber. Man hat vergessen, das Publikum zu informieren. Was macht da ein Mann, der als Requisiteur seit drei Jahrzehnten pflichtbewusst im Hintergrund seinen Dienst für die große Kunst tut? Wegschicken darf er die Leute nicht ohne Anweisung von oben. Und die bleibt aus. Irritiert nutzt er die Gunst der Stunde und beginnt, von der Welt hinter den Kulissen zu erzählen. Aus der Premierenkritik: ...Saisonauftakt am Kasseler Staatstheater im Rahmen des Theaterfestes. Herwig Lucas, ist Star des Abends. Frenetischer Beifall für eine furiose One-Man-Show, für die Sternstunde des Herwig Lucas...

Sachen zum Lachen von Goethe bis hin zu Gebrauchsanweisungen, gespielt, gelesen und gesprochen Besser als Koks: Herwig Lucas spielte virtuos mit Texten Von Susanne Wenk Vor diesem Auftritt ist die Einnahme von Stimmungsaufhellern nicht zu empfehlen. Auch das kostenlose Glas Sekt zu Beginn der Veranstaltung im Alten Rathaus in Bebra wäre nicht nötig gewesen. Gleichwohl, die Geste zählt, und die weiblichen Gäste nahmen das freundliche Muttertagsgeschenk des "Kulturzugs" gerne an. Das beste Geschenk allerdings war Herwig Lucas, Hauptperson am Sonntagabend. Der Schauspieler des Staatstheaters Kassel hatte auch eine Alternative zu Drogen zu bieten: Lachen, riet der ziemlich ernst aussehende Mann zu Beginn, ist gesund, Entspannung pur und beflügelt die körpereigenen Opiate. "Koksen Sie nicht, lachen Sie lieber!" forderte er sein gut gelauntes Publikum auf. Und dieser Rat wurde befolgt. Schon mit dem Eingangs-Klassiker, dem "Zauberlehrling" von Johann Wolfgang von Goethe, packte er seine Zuhörer beim Schopfe und nahm sie mitten in die Geschichte hinein. Denn Lucas liest oder rezitiert nicht nur. Er lebt seine Geschöpfe, er flüstert, säuselt, krächzt, raunt, schreit. Seine Stimme windet sich in die Gehörgänge und verleiht geschliffenen Versen wie Groschenromanen den Ausdruck, den sie verdienen.

Von Goethe zum Groschenroman "Sachen zum Lachen" heißt sein Programm, in dem er Goethe in einem Atemzug mit Peter Frankenfeld nennt. Spielend einfach gelang dem Mimen dieser waghalsige Rundumschlag. Denn bei der Auswahl seiner Texte ist er gar nicht zimperlich: Nach "Rettung", einem Liebesgedicht des großen Goethe, nahm Lucas einen Groschenroman, zur Hand und präsentierte eine Geschichte aus der "High Society-Reihe". Spitzfindig grinsend ließ er dabei den ganzen langen Mittelteil weg. Der wäre reine Zeitverschwendung, denn hier war ja bei der Einleitung eigentlich schon Schluss.

Neue Seiten alter Dichter Das machte den Abend mit Herwig Lucas so vergnüglich: Denn obwohl der Schauspieler Klassiker wie Goethe, Gotthold Ephraim Lessing, Heinrich Heine oder Kurt Tucholsky im Gepäck hatte, so brachte er auch weniger bekannte Literatur und Autoren zu Gehör: Lessings selten humorvolle Seite zum Beispiel über "Die eheliche Liebe" oder die Geschichte über Kant, der keine Worte fand und aus der Feder vom Meister des gereimten Blödsinns, Robert Gernhardt, stammt. Jenseits von "Zucker oder Süßstoff", wie der Darsteller den humoristischen Teil seines Programms nannte, kramte Lucas den Humanisten Johann Peter Hebel hervor. Die schöne Geschichte vom "Unverhofften Wiedersehen" war ein ruhiger Moment der Lesung, ein Innehalten. In feinstem Kauderwelsch präsentierte er zum Schluss Texte aus Gebrauchsanweisungen. Das Feld der Literatur ist weit, und dank Herwig Lucas entdeckte man auch die verborgenen Stellen.

Lesungen:
"Die politische Entwicklung Thomas Manns" (mit teilweise unbekannten Texten Th. Manns)
Thomas Mann: "Der kleine Herr Friedemann" (mit klassischer Klaviermusik)
Khaled Hosseini: "Drachenläufer"
Khaled Hosseini wurde 1965 in Kabul als Sohn eines Diplomaten geboren. Seine Familie erhielt 1980 in den Vereinigten Staaten politisches Asyl. Er lebt heute als Arzt und Autor in Kalifornien. Sein Roman Drachenläufer erschien in 40 Sprachen und hat eine Weltauflage von 7 Millionen Exemplaren.
"Venezianische Geschichten" mit romantischer Klaviermusik
"Das Leben des Erich Fried" (Lebenslauf zusammen mit seinen Gedichten)
Siegfried Lenz "So zärtlich war Suleyken"
Oscar Wilde: "Das Gespenst von Canterville"
Rainer Maria Rilke: "Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke" (mit klassischer Klaviermusik oder Cello)
Lesung aus "Italienische Reise" von J. W. Goethe mit Bildern und Gedichten


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Liebe - Lieder, Lyrik und Geschichten Literarisches und Musikalisches Ich habe im "Buch der Liebe" geblättert und dabei eine ganz persönliche Auswahl zusammengestellt. Da stehen Songs von Brecht und Biermann neben schlichten Volks- und Küchenliedern, Lyrik von Goethe und Heine neben Ringelnatz und Brecht, Prosastücke von Ortega y Gasset und C.G.Jung neben Geschichten von Johann Peter Hebel und Heiner Müller. Die Presse schrieb zur Premiere: "Die Brücke zum Publikum war schnell geschlagen, es reagierte spontan und begeistert..."
von Karl Garff und Herwig Lucas zusammen mit Andrea Gloggner

Zwei Theaterhasen und ein nordhessischer Kabarettist haben das klassische Monument Goethe auseinandergenommen und ein vergnügliches Puzzle daraus montiert. Selbstverständlich kommt der Alte oft selbst zu Wort, er tritt sogar selber auf - mitten in unserer Region. Aber es wird eben wohltuend gekürzt, parodiert, in Szene gesetzt und verfremdet. Die Akteure erfinden aus ihrer profunden Kenntnis von Goethes Leben und Werk einiges neu, was durchaus Wirklichkeit hätte sein können. Sie graben aber auch Originaltexte aus, die man aus lauter Klassikerverehrung lieber planmäßig vergessen wollte, also auch Peinliches und Deftiges. Neben den vielen satirischen gibt es auch zutiefst anrührende Momente an diesem Abend, der eines ganz deutlich macht: Goethe ist kein klassisches Monument. Er wird in GOETHE EN MINIATURE höchst lebendig und aktuell. Eine ganz andere Miniatur wird sogar uraufgeführt. Die kleine Komposition der Goethegeliebten Bettina von Arnim zu "Wanderers Nachtlied".